In jeder großen Stadt sieht man sie – Menschen auf Citybikes, die sich durch das hektische Stadtleben tummeln. Ob in elegantem Ozean-Blau, Quietscheentchen-Gelb oder grellem Feuer-Rot – jeder Anbieter versucht, durch die beste und innovativste Lösung aus der Masse herauszustechen.

Doch was ist so ein Fahrrad Sharing Service überhaupt und warum ist es eine umweltfreundliche Alternative, um das Verkehrsleben in der Stadt zu verbessern? Wie wird Bike Sharing überhaupt genutzt?

Dass Sharing Dienste nicht immer nur eine positive Seiten haben, sieht man an negativ veränderten Stadtbildern durch Bike Sharing Anbieter die mit Investorengeld auf aggressiven Wachstumskurs sind, ohne konkret die Frage zu beantworten, was denn überhaupt das Geschäftsmodell ist (Daten sammeln?). Diese und weitere Fragen sollen in diesem Artikel aufgegriffen werden.

Die interaktive Karte zeigt alle Fahrten mit dem „Call-a-Bike“ Service in Hamburg zwischen 2014-2017.

Was ist ein Fahrrad Sharing Service?

Inhaltsverzeichnis

Fahrrad Sharing Services, oder auch Fahrradverleihsysteme genannt, sind eine Alternative zu privaten Fahrradbesitz. Hinter dem Konzept des Bike Sharing stehen Firmen und Unternehmen, die Fahrräder gegen ein Entgelt für eine bestimmte Zeit zur Verfügung stellen.

Doch dabei handelt es sich nicht um einen üblichen Fahrradverleih, der an vorgegebene Öffnungszeiten gebunden ist und eine Einwegfahrt ausschließt. Vielmehr kann das System des Bike Sharing als automatisierte Ausleihe bezeichnet werden. In jedem Fall erfolgt eine Identifizierung des Nutzers, der im Anschluss eine Art elektronischen Schlüssel erhält und nun Zugang zum jeweiligen Fahrrad hat.

Üblicherweise sind solche Fahrrad Sharing Services im urbanen Raum angesiedelt, da die Überwindung von kurzen Strecken im Vordergrund steht. Die deshalb oft als “City Bikes” bezeichneten Fahrräder sind verstärkt im öffentlichen Raum zugänglich, wodurch die Nutzung in Hauptstädten am höchsten ist.

Fahrradverleihsystem

Wem Umweltbewusstsein und Bewegung keine Fremdwörter sind, kann durch die zahlreichen Bike Sharing Angebote in Zukunft öfter das Fahrrad als Verkehrsmittel wählen.

Wie funktioniert Bike Sharing?

Je nach Anbieter gibt es verschiedene Lösungen der Abholung und anschließenden Abstellung. Ob mit einem speziellen elektronischen Schlüssel, einer individuellen Schlosskombination oder durch den Scan innerhalb einer App – die Benutzung ist sehr einfach.

Eine Voraussetzung ist jedoch eine Registrierung, die aber keinesfalls mit einem Abonnement gleichzusetzen ist. In keinem Fall muss ein fixer Betrag gezahlt werden, die Abrechnung erfolgt nach Dauer der Ausleihe. Die Bezahlung erfolgt meist mittels Kreditkarte.

Ist die Registrierung abgeschlossen und ein gültiges Zahlungsmittel hinterlegt, kann es auch schon losgehen: Ein verfügbares Fahrrad wird über die GPS-Daten gesucht und kann beim jeweiligen Abholort ausgeliehen werden.

Anbieter Bezahlung Nutzung
Ofo Kreditkarte App
Nextbike Kreditkarte und Lastschrift App
Call-a-Bike Kreditkarte App
oBike Kreditkarte und Paypal App

Wo kann ein Fahrrad Sharing Service genutzt werden?

Grundsätzlich können Bike Sharing Services überall dort genutzt werden, wo es zugehörige Abhol- und Abstell-Stationen gibt. Diese gibt es jedoch nicht überall, sondern vermehrt im dicht besiedelten städtischen Raum. Hauptstädte sind hier der große Renner – München, Frankfurt, Köln, Dresden, Berlin, Nürnberg, Leipzig – die Liste der über Bike Sharing Stationen verfügende Städte ist lang.

Zurückgegeben werden kann das Fahrrad überall dort, wo eine Rückgabestation vorhanden ist. Im Fall von Ofo ist sogar nicht mal das erforderlich. Wenn die Lust am Fahrradfahren vergangen ist, einfach absteigen und stehen lassen. Nur bitte nicht auf der Straße, das könnte dann doch ziemlich ins Auge gehen.

Wie sind Fahrräder von Bike-Sharing-Plattformen ausgestattet?

Hier hier gibt es natürlich kleine und feine Unterschiede, je nach Anbieter. Dennoch lassen sich einige Punkte zusammenfassen, die von jedem Fahrrad Sharing Anbieter gewährleistet werden müssen:

  • Breite Reifen
  • Robuster Rahmen
  • Geschützte Ketten
  • Wartungsarme Bremsen
  • Gute und sichere Transportmöglichkeiten

Lohnt sich die Nutzung von Fahrrad Sharing Services?

Aufgrund der ständig wachsenden Belastung durch Abgase wissen wir alle: Fahrradfahren ist in. Um das städtische Verkehrsleben ein wenig zu entlasten, kann es durchaus von Vorteil sein, sich auf den Fahrradsattel zu schwingen.

Dabei muss es nicht immer das eigene Fahrrad sein, das einen von A nach B bringt. Nicht nur für Touristen, die eine neue Stadt erkunden wollen, ist ein Fahrrad Sharing Service eine gute Lösung. Auch für Studierende oder Arbeitende, die sich ihre alltäglichen Wege erleichtern wollen, sind City Bikes eine tolle Möglichkeit. Wenig Aufwand, hohe Flexibilität und Einsatz moderner Technologie – so macht Radfahren Spaß.

Wie machen Bike Sharing Anbieter Profite?

Bike Sharing Anbieter sind nicht immer unumstritten. So versuchen vor allem asiatische Anbieter durch GPS Tracking der Nutzer die gefahrenen Wege nachzuvollziehen. Durch diese Daten lassen sich wichtige Informationen über die Nutzer auslesen.

Mithilfe dieser Informationen können Werbeangebote dem Nutzer passgenau ausgespielt werden (beispielsweise Werbung für ein Cafe, wenn der Algorithmus feststellt, dass man jeden Tag am selben Cafe vorbeifährt) und der Anbieter bekommt Geld von Werbetreibenden. Hierbei gibt beispielsweise der Deutsche Anbieter Call a Bike an, keine Daten über seine Nutzer zu sammeln.

Studie: Bike-Sharing in deutschen Großstädten

Mithilfe von verschiedenen Datensätzen des Bike Sharing Anbieters Call-a-Bike haben wir Ausleihen und Rückhaben von Fahrrädern über den Tag hinweg in verschiedenen Deutschen Großstädten visualisiert.

Wir haben uns dabei die Fragen gestellt: Wie wird eigentlich ein Bike-Sharing Dienst von Verbrauchern genutzt? Gibt es Hot Spots in den Städten? Sind wirklich 100 Fahrräder an jeder Station von verschiedenen Anbietern nötig oder sollte die öffentliche Hand eingreifen und den Markt regulieren (es gibt schließlich keinen 10 Anbieter für öffentlichen Nahverkehr)?

Dabei zeigt die Größe des jeweiligen Kreises den Nettofahrradverleih der jeweiligen Station zwischen Januar 2014 und Mai 2017 an. Unter dem Nettofahrradverleih versteht man die Ausleihen von Fahrrädern minus Abgaben an einer Station.

Beispielhaft erklärt:

  • Haltestelle: Burgstraße/Hammer Landstraße, Hamburg, 9-10 Uhr morgens
  • Abfahrten: 5071
  • Ankünfte: 2331
  • Nettofahrradverleih: +2740

Ist der Nettofahrradverleih positiv, dann haben wir den Kreis zum Beispiel in Hamburg rot eingefärbt. Ist der Nettofahrradverleih negativ, haben wir den Kreis in Hamburg blau eingefärbt. Je größer der Kreis, desto höher das Volumen der Abfahrten und Ankünfte.

Wir haben folgende Farbwahl gewählt:

Hamburg
Abfahrten: Rot
Ankünfte: Hamburg

München
Abfahrten: Grün
Ankünfte: Gelb

Frankfurt
Abfahrten: Orange
Ankünfte: Lila

Köln
Abfahrten: Grün
Ankünfte: Orange

Stuttgart
Abfahrten: Grün
Ankünfte: Blau

Daraus ergibt sich die spannende Möglichkeit Abfahrten und Ankünfte im Zeitverlauf zu verfolgen und tolle Erkenntnisse für Stadtplaner. Es ist klar zu sehen, dass sich in jeder Stadt Mobilität-Hot-Spots bilden und manchen Strecken öfter gefahren werden wie andere. Hier stellt sich ganz klar die Frage, ob es sich lohnt, dass neben der Deutschen Bahn noch weitere Anbieter ihre Fahrräder aufstellen denn, das gefährdet das Stadtbild.

Auswertung des Call-a-Bike Services in Hamburg

Hamburg – Mean – Fahrdauer 00:23:12.11
Hamburg – Median – Fahrdauer 0 days 00:12:39
Hamburg – Max – Fahrdauer 40 days 15:29:47
Hamburg – Standzeit – Mean 0 days 06:49:08
Hamburg – Standzeit – Median 0 days 00:56:36

Video: Call-A-Bike Visualisierung Hamburg

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Hamburg – 9 Uhr morgens

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Hamburg – 18 Uhr abends

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Hamburg – Gefahrene Strecken

Auswertung des Call-a-Bike Services in Frankfurt

Frankfurt – Mean – Fahrdauer 00:23:43
Frankfurt – Median – Fahrdauer 00:11:04
Frankfurt – Max – Fahrdauer 48 days 08:51:19
Frankfurt – Standzeit – Mean 0 days 05:49:46
Frankfurt – Standzeit – Median 0 days 00:47:08

Video: Call-A-Bike Visualisierung Frankfurt

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Frankfurt – 9 Uhr morgens

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Frankfurt – 18 Uhr abends

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Frankfurt – Gefahrene Strecken

Auswertung des Call-a-Bike Services in München

Video: Call-A-Bike Visualisierung München

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung München – 9 Uhr morgens

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung München – 18 Uhr abends

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung München – Gefahrene Strecken

Auswertung des Call-a-Bike Services in Frankfurt

Video: Call-A-Bike Visualisierung Köln

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Köln – 9 Uhr morgens

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Köln – 18 Uhr abends

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Köln – Gefahrene Strecken

Auswertung des Call-a-Bike Services in Frankfurt

Video: Call-A-Bike Visualisierung Stuttgart

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Stuttgart – 9 Uhr morgens

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Stuttgart – 18 Uhr abends

Interaktive Karte: Call-A-Bike Visualisierung Stuttgart – Gefahrene Strecken

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Die Redaktion von kaufberater.io recherchiert und schreibt informative, verständlich aufbereitete Ratgebertexte zu den verschiedensten Themen- und Aufgabengebieten.

One Comment

  1. […] du dann noch anhalten, legst du eine unnötige Pause ein. Außerdem ist das Fahrradfahren wetterabhängig und ist schwieriger bei schlechten Wetterbedingungen durchzuführen. Es fehlt dann […]

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